Countdown zur Präsidentenwahl
Heute in vier Wochen ist es soweit, am 23. Mai tritt die Bundesversammlung zusammen um ein neues Staatsoberhaupt zu küren.
Die Bundesversammlung besteht aus 612 Mitglieder des Bundestags, sowie einer gleichgroßen Anzahl von Delegierten der Länderparlamente. Die Absolute Mehrheit der Mitglieder wird vorraussichtlich bei 613 Stimmen liegen, sie ist im 1. und 2. Wahlgang erforderlich. CDU/CSU und FDP, die sich für den bisherigen Präsidenten Horst Köhler ausgesprochen haben, stellen derzeit 604 Abgeordnete. SPD und Bündnis 90/Die Grünen, die sich für die Kandidatin Gesine Schwan aussprechen, stellen gemeinsam 514 der Abgeordneten. Die Linke, die den Schauspieler und Intendanten Peter Sodann nominiert hat, kommt auf 90 Sitze. Die Freien Wähler, die nach eigenem bekunden Mehrheitlich für Horst Köhler stimmen möchten, stellen weitere 10 Mitglieder und würden Horst Köhler theoretisch die Absolute Mehrheit ermöglichen. Splitterparteien und Fraktionslose entsenden weitere 6 Abgeordnete in die Bundesversammlung.
Nachdem im ersten und zweiten Wahlgang die Absolute Mehrheit erforderlich ist - diese könnte unter Umständen diesmal von beiden “Großen” Kandidaten verfehlt werden - genügt in einem weiteren, dritten Wahlgang die einfache Mehrheit, die Horst Köhler nach derzeitigem Stand erreichen könnte, allerdings sind die Abgeordneten der Bundesversammlung völlig frei in ihrer Entscheidung.
Interessante Fakten
- CDU und Linke verloren in der Abstimmung im sächsischen Landtag Mandate zu gunsten von SPD und Grünen, die genauen Ursachen sind aufgrund der geheimen Abstimmung nicht bekannt.
- In Bayern traten SPD und Grüne mit einer gemeinsamen Liste an, und erreichten dadurch auf legalem Weg einen zusätzlichen Mandatsträger entsenden zu dürfen.
- Die von den freien Wählern für die Bundesversammlung vorgesehene Abgeordnete des Landtags von Bayern, Gabriele Pauli, hat in der Presse angekündigt möglicherweise nicht für Horst Köhler zu stimmen. Nach Kritik verzichtete sie jedoch auf ihr Mandat.
- Der von der SPD-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen nominierte Handball-Bundestrainer Heiner Brand hält sich seine Wahlentscheidung offen.
- Interessanter Fakt zur spannenden Wahl: bei der letzten Bundesversammlung, bei der ebenfalls Gesine Schwan gegen Horst Köhler antrat, konnte Gesine Schwan bei einem wesentlich deutlicheren Vorsprung für Horst Köhler zahlreiche Stimmen für sich hinzugewinnen. Ein ähnliches verhalten könnt ihr bei dieser Wahl den Sieg bescheren; allerdings erwarten Beobachter dies nicht, da sie diesmal gegen den Amtsinhaber in einer schwächeren Position ist.
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