SPD und Forsa… a never ending Story
Dass die Wöchentlichen Forsa-Umfragen häufig sehr negativ für die SPD ausfallen ist nichts neues. Die ohnehin schon fatalen Zahlen für die Sozialdemokraten fallen bei Forsa meistens noch 1-3 Punkte schlechter aus; wer das nicht glaubt kann sich in dieser Aufstellung davon überzeugen.
Allerdings beweist dies natürlich nichts; jedes Institut benutzt andere Gewichtungsschlüssel und “Rezepte” bei der Ermittlung des besten Ergebnisses. Trotzdem muss Forsa sich natürlich gefallen lassen dass man ihre Zahlen genau beachtet. Zumal in den letzten Jahren häufig relativ zugespitzte Werte veröffentlicht wurden, so sah Forsa z.B. in einer viel beachteten Umfrage die SPD im Saarland hinter der Linkspartei; auch war Forsa das erste Institut welches die FDP bei den magischen 18% sah, und das einzige das jemals einen SPD-FDP Abstand von 4 Prozentpunkten gemessen hat.
Gestern wurde ein neuer Akt aufgeführt: nach dem TV-Duell wurden Nachwahlbefragungen druchgeführt. Sowohl ARD (Infratest dimap) als auch ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) sahen das Duell weitesgehend ausgeglichen; die entscheidenden Fragen “Wer war besser als Erwartet” sowie “Wer war besser (Unentschlossene)” konnte Steinmeier sogar relativ klar für sich entscheiden. Nicht so Forsa: hier erklärte man Angela Merkel zur Siegerin.
Dass bei drei Verschiedenen Instituten eines andere Ergebnisse hat, ist nicht so merkwürdig. Stutzig machte mich jedoch dieser Artikel im Focus:
Die verhinderten Zwietracht-Säer
Zitat: “Gerade hat noch das Meinungsforschungsinstitut Forsa nachgefragt, bei mir und vielleicht 999 anderen Wahlberechtigten: Welcher Kandidat war überzeugender, wer hatte die besseren Argumente, wer wird die Wirtschaftskrise eher meistern, und: Wurde Ihre Wahlentscheidung durch das TV-Duell beeinflusst? 30 Sekunden Abfrage für 90 Minuten Sendezeit, tschüss und Danke für die Teilnahme. Nach den Moderatoren wurde nicht gefragt. Schade eigentlich.”
Naja. Vielleicht werden die Forsa-Zahlen ja irgendwann besser, wenn man weniger Focus-Redakteurinen anruft und wieder mehr auf repräsentative Befragungen setzt, aber vielleicht bin ich, was das angeht, auch einfach zu altmodisch.

