Die Wahlen sind gelaufen, CDU, CSU und FDP verhandeln über die zukünftige Regierung. Daher habe ich im Moment - ganz ehrlich gesagt - die Nase vom Bloggen etwas voll, trotzdem wird der Wahlticker natürlich auch in Zukunft berichten. Vorläufig ein lustiges Extra 3 Video zu den Koalitionsverhandlungen:
Bis zum Mittag sollen - je nach Bundesland - bis zu 5% weniger Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben haben als 2005. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, würde dies die niedrigste Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen überhaupt bedeuten. Der Trend wurde aus Wahlkreisen in West- und Ostdeutschland berichtet.
Daher ruft natürlich auch der Wahlticker hier noch einmal auf: gehen Sie zur Wahl und bestimmen Sie mit!
Am Sonntag werden auch viele Erstwähler das erste mal im Wahllokal aufkreuzen. Dabei könnte es gerade unter den Anhängern der “Piratenpartei” durchaus Probleme geben. Der Grund: im Wahllokal ist jede Form von Wahlwerbung nicht gestattet. Das heißt mit Fahnen, Buttons oder bedruckten T-Shirts kann es eng werden. Ein T-Shirt kann man notfalls vielleicht noch “auf links drehen”, eine Fahne vor dem Wahllokal deponieren, aber besser ist es wohl derartiges Utensil einfach zu Hause zu lassen.
Wichtig: Wahlbenachrichtigung mitnehmen. Sollte man seine Karte verloren haben, oder gar keine erhalten haben, tut es in der Regel aber auch der Personalausweis oder Reisepass. Wer keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, weil er umgezogen ist, dem sei nahegelegt noch bis zum Wahltag im Rathaus / Gemeindezentrum seiner Gemeinde (aus der man weggezogen ist!) aufzukreuzen, also am besten am morgigen Donnerstag oder Freitag, allerdings die Öffnungszeiten berücksichtigen. In der Regel kann man in den Rathäusern seine Stimme nämlich sofort abgeben (also bereits vor Sonntag wählen).
Die neue (34.) Folge von Fernsehkritik.tv beschäftigt sich mit dem Wahlkampf, und legt ein besonderes Augenmerk wie die Medien mit den kleineren Parteien - ins besondere den Piraten - umgeht. Eine sehr empfehlenswerte Sendung, nicht nur die neuste Folge, die ich meinen Lesern besonders ans Herz legen möchte
Der “Fernsehkritiker” Holger Kreymeier produziert seine Medienkritische IPTV-Sendung seit ca. mitte 2007. Um die Sendung, die sich um Themen wie Call-In-TV, GEZ-Gebühren, Falschinformationen und ähnliche Ärgernisse dreht, ist eine ständig wachsende Community entstanden.
Der Chef der sächsischen SPD, Thomas Jurk, hat informationen der Süddeutschen zu Folge seinen Rücktritt angekündigt. Dies sei die Konsequenz für das erneut schlechte Abschneiden der SPD. Die SPD hatte bei der gestrigen Landtagswahl nur etwa 10% bekommen und war knapp vor der FDP drittstärkste Partei geworden.
Nach der Europawahl wird morgen zum zweiten mal in diesem Jahr ein Superwahlsonntag stattfinden, der dann wohl nur noch vom Superwahlsonntag 3.0 am 27. September übertroffen wird. Hier noch ein paar Zahlen und Fakten.
Sachsen
Wahl zum 5. Landtag seit der Wiedervereinigung 1990.
Seit 2004 regiert in Sachsen eine Koalition aus CDU und SPD, Zahlen der letzten Wahl:
Partei
Stimmen
Sitze
CDU
41,1%
55
Die Linke
23,6%
31
SPD
9,8%
13
NPD
9,2%
12
FDP
5,9%
7
Grüne
5,1%
6
Sonstige
5,3%
-
Thüringen
Wahl zum 5. Landtag seit der Wiedervereinigung 1990.
In Thüringen konnte Ministerpräsident Dieter Althaus nach der letzten Wahl alleine regieren, obwohl die CDU deutlich unter 50% erhalten hatte.
Partei
Stimmen
Sitze
CDU
43,0%
45
Die Linke
26,1%
28
SPD
14,5%
15
Grüne
4,5%
-
FDP
3,6%
-
FW
2,6%
-
REP
2,0%
-
NPD
1,6%
-
Sonstige
2,1%
-
Saarland
Wahl zum 14. Landtag bzw. 11. Landtag seit der Wiedervereinigung 1957.
Auch im Saarland erhielt die CDU bei der letzten Wahl eine absolute Mehrheit:
30 Tage vor der Bundestagswahl liegt Schwarz-Gelb in allen großen Umfragen bei mindestens 50%. Das “linke” Lager aus SPD, Grünen und der Linken liegt demnach bei 44-46%, womit es für eine mögliche Aufholjagd so langsam knapp zu werden scheint. Gerade in den Reihen der SPD dürfte man jetzt vor allem auf überraschungserfolge bei den Landtagswahlen am Sonntag bauen. Sollte hier die Übernahme der Regierung in ein oder zwei Ländern gelingen, könnte dies als Stimmungs-Aufschwung interpretiert werden.
Nach der Sendung “Maybrit Illner” stand Gabriele Pauli dem Wahlticker (und weiteren Chat-Usern) Rede und Antwort. Hier das vollständige Protokoll des Exklusiv-Interviews mit dem Wahlticker:
Det371 (Gast): [wahlticker] Frau Pauli, tritt die Freie Union für Freie Liebe ein?
Gabriele Pauli: Lie[b]e hat verschieden Ausdrucksformen und es wird sehr oft mit Liebe verwechselt, dass man bestimmten Bedürftigkeiten folgt. Dann nimmt man einen Partner nur als Ersatz und nsieht nicht seinen Wert als Mensch. Es kommt bei allem, was man tut immer auf das Motiv an.