Nächsten Samstag ist es soweit, das neue Staatsoberhaupt - mutmaßlich das alte - wird von der 13. Bundesversammlung gewählt. Hier ein kleiner Rückblick der bisherigen Präsidenten:
1. Theodor Heuss von der FDP wurde 1949 in der ersten BV zum Präsidenten gewählt; er erreichte die Absolute Mehrheit im zweiten Wahlgang. Einziger nennenswerter Gegenkandidat war Kurt Schumacher von der SPD. Heuss wurde 1954 von der zweiten BV wiedergewählt; da nur die KPD einen Gegenkandidaten aufstellte, erreichte Heuss bereits im ersten Wahlgang mehr als 85% der Stimmen.
2. Heinrich Lübke (CDU) wurde 1959 von der 3. BV zum Präsidenten gewählt. Gegen Kandidaten von SPD (Carlo Schmid) und FDP (Max Becker) konnte er sich im zweiten Wahlgang durchsetzen. Lübke wurde 1964 wiedergewählt; nur gegen einen Kandidaten der FDP antretend erreichte er mehr als 68% im ersten Wahlgang.
3. Gustav Heinemann (SPD) wurde 1969 von der 5. BV zum Präsidenten gewählt; antretend für SPD und FDP hatte er Gerhard Schröder (CDU) zum Gegenkandidaten, welcher auch von der NPD unterstützt wurde. Daher reichte es in zwei Wahlgängen nicht zur absoluten Mehrheit. Im dritten Wahlgang wurde Heinemann als erster Bundespräsident mit relativer Mehrheit gewählt.
4. Walter Scheel (FDP), der auch für die SPD antrat, wurde 1974 von der 6. BV zum Präsidenten gewählt. Gegen Richard von Weizsäcker (CDU) reichte es bereits im ersten Wahlgang zur absoluten Mehrheit.
5. Karl Carstens (CDU) wurde 1979 von der 7. BV zum Präsidenten gewählt; er erreichte die absolute Mehrheit gegen Anemarie Renger (SPD) im ersten Wahlgang. Die FDP enthielt sich ihrer Stimme.
6. Richard von Weizsäcker (CDU) wurde 1984 von der 8. BV zum Präsidenten gewählt. Nur die Grünen stellten eine Gegenkandidatin auf; Weizsäcker erreichte daher im ersten Wahlgang bereits 80% der Stimmen. 1989 wurde er wiedergewählt; mehr als 84% im ersten Wahlgang.
7. Roman Herzog (CDU) wurde 1994 von der 10. BV zum Präsidenten gewählt. Wichtigster Gegenkandidat war Johannes Rau (SPD). Auch FDP und Grüne stellten Kandidaten auf, so dass Herzog erst im dritten Wahlgang, nach dem Rückzug des FDP-Kandidaten mit absoluter Mehrheit gewählt wurde (die einfache Mehrheit hätte genügt).
8. Johannes Rau (SPD) wurde 1999 von der 11. BV zum Präsidenten gewählt. Wichtigste Gegenkandidatin war Dagmar Schipanski (CDU). Auch die PDS stellte eine Gegenkandidatin auf. Im zweiten Wahlgang erreichte Rau die absolute Mehrheit, wohl auch dank einiger FDP-Stimmen.
9. Horst Köhler (CDU) wurde 2004 von der 12. BV zum Präsidenten gewählt. Gegen Gesine Schwan (SPD) reichte es im ersten Wahlgang zur absoluten Mehrheit.