Kommunalwahl: Baden-Württemberg

Juni 13, 2009 Kategorie: Ergebnisse, Kommunalwahlen Noch keine Kommentare →

Hier das vorläufige Gesamtergebnis der Kommunalwahlen in Baden-Württemberg  vom 7.6.09 (bisher 90% der Gemeinden ausgezählt). Stärkste Partei wurden erneut die Freien Wähler. Besonders überraschend war hier das Abschneiden der Grünen, die in Stuttgart stärkste Fraktion wurden. Auch in Freiburg, Konstanz und Tübingen gelang ihnen dies. Gewinner der Kommunalwahl waren FDP (+2,1) und Grüne (+2) sowie Freie Wähler (+0,4). Verlierer waren hingegen SPD (-1) und CDU (-3,6).

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TV-Spots: Update

Mai 15, 2009 Kategorie: Europa, Fernsehspots, News 2 Kommentare →

Weitere Edelsteine der deutschen Fernsehkunst aufgetaucht: die Fernsehspots von ödp und Freien Wählern sind nun in der Fernsehspots-Liste zu bestaunen.

Wahl-O-Mat veröffentlicht

Mai 11, 2009 Kategorie: Europa, News Noch keine Kommentare →

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat heute ihren neuen Wahl-O-Maten veröffentlicht. Mit diesem Tool darf der Benutzer seine eigenen Vorstellungen zu einer Reihe von Politikfeldern eingeben, und bekommt dann einen Vergleich zu den Wahlprogrammen der Parteien - man erhält also quasi einen Vorschlag, welche Parteien man wählen könnte.

Der heutige Wahl-O-Mat befasst sich mit der Europawahl; mit Sicherheit wird es einen weiteren für die Bundestagswahl geben, möglicherweise auch für die ein oder andere Landtagswahl.

Europawahl

Neu ist, dass statt wie bisher nicht nur die “etablierten” Parteien verglichen werden, sondern jetzt sämtliche vom Bundeswahlleiter zugelassenen Parteien - vermutlich auch aus dem Grund, weil der letzte Wahl-O-Mat - zur Bayernwahl 2008 - nicht veröffentlich werden durfte, nachdem die ödp erfolgreich vor Gericht erstritten hatte, ebenfalls im Wahl-O-Mat zu erscheinen, was aber in der kurzen Zeit damals nicht möglich war. Von den 32 Parteien haben allerdings nur 29 die Fragen beantwortet.

Der Test

Die Thesen handeln von Europäischer Politik, z.B. “In der EU soll die Höhe von Managergehältern gesetzlich begrenzt werden”, oder “In der EU sollen einheitliche Qualitätsstandards in der Gesundheitsversorgung eingeführt werden”, aber auch absurde wie “Deutschland soll aus der Währungsunion austreten und die D-Mark wieder einführen”. Man kann mit “Stimme zu”, mit “Stimme nicht zu”, mit “Neutral” und “Frage überspringen” antworten.

Im nächsten Schritt kann man die für sich selbst wichtigsten Thesen wählen. Diese werden doppelt gezählt, um ein noch besseres Ergebnis zu erreichen.

Dann hat man die Möglichkeit Parteien auszuwählen - die Parteien die bereits im Parlament vertreten sind werden besonders hervorgehoben. Die ödp findet sich unter den sonstigen Splitterparteien wieder. Man kann maximal acht Parteien auswählen, ich entscheide mich für alle Etablierten, auch der CSU obwohl ich die gar nicht wählen kann, und lasse mir zusätzlich die Positionen von den “Piraten” und den “Freien Wählern” anzeigen. Das Ergebnis möchte ich hier nicht erläutern, aber nur soviel: es stimmt tatsächlich, die obenstehenden Parteien sind diejenigen die ich am wahrscheinlichsten Wählen werde.

Fazit

Eine tolle Sache, die sicher auch in den Schulen empfohlen wird, und vielleicht ja ein paar Leute in die Wahlkabine bringt, dann hätte es sich schon gelohnt. Auf jeden Fall eine spaßige Sache!

Also: probieren Sie es aus!

Appell: Ändert das Wahlrecht!

Mai 09, 2009 Kategorie: Bundestagswahl, Kommentar 1 Kommentar →

Dies ist mir ein wirklich wichtiges Anliegen. Wer von ihnen, meine liebe Leserschaft, regelmäßig die Presse verfolgt, der wird es vermutlich bereits wissen. Für alle anderen hier der Hinetrgrund: unser Wahlsystem ist ungültig. Es ist nicht Verfassungskonform! Und das ist keinesfalls Populismus, wie man es in einem Blog vielleicht gelegentlich erwarten würde, sondern die Richter in Karlsruhe selbst haben dies höchst richterlich festgestellt. Grund ist das sogenannte “negative Stimmgewicht”.

Es bedeutet, dass - rein Mathematisch - es in manchen Situationen für eine Partei von vorteil sein kann, möglichst wenige Zweitstimmen zu bekommen. Das wiederspricht aber dem demokratischen Gedanken unseres Wahlgesetzes: denn gerade diese “zweite” Stimme ist ja bekanntlich die entscheidente. Eine Änderung ist daher fällig, und sie wird die “Überhangmandate” in ihrer jetzigen Form abschaffen müssen.

Gut, Karlsruhe hat also entschieden. Freilich soll man so wichtige Änderungen wie das Wahlgesetz nicht mal eben so aus dem Ärmel schütteln. Das war auch den Richtern klar, und daher haben sie Zeit gegeben - viel Zeit, bis Juni 2011 - die Wahl in diesem Jahr kann also nach dem alten Gesetz stattfinden. Andererseits wurde das Urteil bereits letztes Jahr gefällt - anderthalb Jahre wären mehr als Genug Zeit gewesen, das Wahlrecht zu ändern. Und selbst jetzt noch wird von einigen Parlamentariern versucht, dies vor der Bundestagswahl im September zu schaffen.

Und hier mein ganz deutlicher Appell: ÄNDERT DAS WAHLRECHT VOR SEPTEMBER!!!!

Es wurde festgestellt dass das derzeitige Wahlrecht verfassungswiedrig ist - wie bitte soll eine kommende Bundesregierung vier Jahre regieren, wenn die ganzen vier Jahre hindurch die Opposition, die Medien, die Blogger [;-)] usw. usf. bei jeder passenden Gelegenheit sagen: “Pah, ihr seid ja eigentlich gar nicht gewählt”, “Alles beruht doch auf ungültigen Wahlen” und so weiter. Nicht dass diese Argumente wirklich stark wären, auch das bisherige Gesetz funktioniert. Aber es wäre eben doch ein dicker Makel, der einfach unnötig, und in meinen Augen - in der derzeitige Vertrauenskrise - auch etwas fahrlässig wäre.

Die Grünen haben einen Änderungsvorschlag eingebracht, die SPD will das Wahlgesetz ändern. Die Linken würden wohl auch mitmachen - im Prinzip eine ausreichende Mehrheit. FDP und Union lehnen die Änderung derzeit ab. Die Positionen sind nicht ganz uneigennützig: das derzeitige System würde Schwarz/Gelb wohl bevorzugen. Der Wahrheit halber muss man aber zugeben, in den letzten Jahren hat das System SPD und Grünen genutzt, und damals sind sie eher nicht durch Änderungsvorschläge aufgefallen. Wie dem auch sei: auch in Union und FDP mehren sich aber die Stimmen, die eine Änderung wollen - und vielleicht wird es ja doch noch was.

Wenn schon, denn schon!

Das Wahlgesetz muss also geändert werden. Und da sage ich: wenn schon, denn schon: egal ob jetzt noch oder dann im nächsten Jahr, bitte dann aber auch gleich ganz richtig. Und zwar: übernehmt doch bitte einen Teilaspekt aus dem wunderbaren bayrischen Wahlsystem, welches nämlich dem Wähler die Möglichkeit gibt, innerhalb einer Liste Kandidaten “nach oben” zu wählen. Dieses System ist viel demokratischer als unser derzeitiges Direktkandidaten-System, denn nur so kann der Wähler wirklich Einfluss darauf nehmen, wer da aus einer Partei ins Parlament kommt!

Kandidaten werden von den Parteien auf “Aussichtsreiche” Listenplätze gewählt. Dies geschieht jetzt schon, und ist auch nach dem bayrischen System der Fall. Beispiel: bei der letzten Bayernwahl waren manche Politiker der Freien Wähler gar nicht erfreut, plötzlich eine neue prominente Kandidatin bekommen zu haben (Gabriele Pauli). Prompt wurde sie auf den - nach Bundeswahlgesetz für eine Kleinpartei relativ unsicheren - achten Platz auf der Bezirksliste Mittelfranken gewählt. Anders gesagt: man wollte sie nicht im Landtag haben. Nach dem Bundeswahlgesetz hätte sie als Direktkandidatin eine Chance gehabt, und sie ist auch angetreten, allerdings hatte sie gegen Günter Beckstein keine Chance - und auch Bundesweit haben es z.B. bei der letzten Wahl nur 4 Kandidaten von Kleinparteien geschafft, einen Wahlkreis zu gewinnen - davon alleine drei der Linken, und die sind im Osten eigentlich keine Kleinpartei. Fairerweise haben also nur die Grünen einen einzigen der 299 Wahlkreise gewonnen, 298 gingen an die “Üblichen verdächtigen”. Zurück zur Bayernwahl - Beckstein gewann also den Sitz direkt, Frau Pauli ging leer aus - nach Bundeswahlgesetz wäre dass das Ende der Geschichte. Nicht so in Bayern! Die Wähler im ganzen Bezirk - auf Bundesebene wäre dies das ganze Bundesland - konnten ihre Stimme Frau Pauli geben, und sie so gegen den Willen der Freien Wähler nach oben boxen! Sie bekam die meisten Stimmen, überholte sogar ihren Parteivorsitzenden Aiwanger, und zog in den Landtag ein. Sie ist prominent und beliebt, beste Vorraussetzungen für einen Wahlkampf, und dennoch hate sie den Einzug wohl nur diesem ausergewöhnlich demokratischen Wahlgesetz in Bayern zu verdanken! Bitte auch für den Bundestag, dieses Gesetz! Eine kleine Schlussbemerkung: wie viele Politikinteressierte in Deutschland, habe auch ich mich bei der letzten Bayernwahl über den verlust der absoluten CSU-Mehrheit - und damit folgender “Demokratisierung” - gefreut. Dennoch muss ich zugeben: unter diesem Wahlgesetz ist es möglich, auch unter sehr großzügigen Mehrheiten Demokratie zu wahren, denn absolute Mehrheit hin oder her: eine Partei hat nie die Macht ihre Abgeordneten nach gutdünken zu bestimmen - wie es in anderen Ländern, auch bei Parteien mit viel geringeren Stimmanteilen, gang und gäbe ist. Hut ab, von Bayern lernen heißt - naja, sagen wir ein bisschen mehr Wahlfreiheit lernen.